Amphibien wandern

Kröte in der Hand

Wie ich zur Krötenhelferin geworden bin

Im Frühling vor 2 Jahren, also 2019, hat mein Mann in der Bezirkszeitung den Aufruf zur Krötenhilfe gelesen. Da wir zu dieser Zeit über Freizeit verfügten, riet ich ihm dazu, sich zu melden. Tatsächlich bekam er dann alle Infos, was er tun könnte, um den Kröten den Weg zu ihrem Laichplatz zu erleichtern.

Wir haben uns über dieses Thema auch früher keine Gedanken gemacht. Manchmal sieht man auf der Straße ein Warnschild mit einem Frosch darauf. Aber was bedeutet das?

Kröten und Frösche wandern zur Vermehrung zurück zu ihrem Heimatgewässer, das ist meistens ein Teich. Dass dieser Weg oftmals über Straßen führt, ist nicht verwunderlich. Straßen führen ja durch Wälder und Wiesen.

Wir wussten 2019 auch noch keine Details über das Verhalten unserer heimischen Amphibien in dieser Jahreszeit.

Nachdem mein Mann sich also gemeldet hat mitzumachen, zu helfen, fuhr er abends in der Dämmerung in der Umgebung mit dem Auto in die Bereiche, die ihm mitgeteilt wurden, wo die Kröten über die Straße gehen werden. Dann hieß es Auto abstellen und entlang der Straße gehen, um zu schauen, ob da schon Tiere quasi in der Startposition waren.

Kröten auf der Straße, beleuchtet von der Taschenlampe

Nachdem doch eine längere Strecke zu überwinden war, hat mein Mann mich bald gefragt, ob ich nicht mitmachen will, weil es einfacher ist, wenn es einen Fahrer – eigentlich mich als Fahrerin – gibt und ihn als Beifahrer. So können wir gemeinsam schauen, 4 statt 2 Augen, und ich bleibe stehe und er springt aus dem Auto. Das hat sich dann ziemlich schnell so zur Gewohnheit entwickelt. Wir sind gemeinsam in der Dämmerung gestartet, die Strecken abgefahren, mal ist er ausgestiegen und zu Fuß weiter gegangen und ich habe ihn dann wieder eingesammelt.

Das war also der Beginn 2019. Wir lernten, welche Bedingungen die Tiere benötigen, um auf ihre Wanderung zu gehen: die Temperatur sollte mindestens um 10 Grad sein, Feuchtigkeit motiviert sie auch, ist aber nicht unbedingt notwendig.

Kröten gehen ganze Nacht spazieren, starten nicht unbedingt in der Dämmerung. Frösche gehen gleich in der Dämmerung los.

Die Unterscheidung der Arten fiel mir am Anfang nicht so leicht, wenn da ein Tierchen auf der Straße sitzt. Aber wenn man sich nähert und es hüpft → ein Frosch. Wenn es gemächlich dahin marschiert → eine Kröte. Bei beiden Arten ist das Weibchen deutlich größer als das Männchen. Krötendamen haben oft „einen sitzen“. Im Ernst: die Krötenmännchen klammern sich an ein Weibchen, sobald sie eines zu fassen kriegen. Das merkt man auch, wenn man ein Männchen hoch hebt – es klammert sich an die Hand.

Frösche hingegen sind schwer zu nehmen, weil sie gerne davon hüpfen. Hier heißt es, sanft aber bestimmt zuzugreifen, sodass der Sprung verhindert wird.

Fortsetzung folgt….

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